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14. Februar 2018 - EnEV: Grundsätzliches

Entwicklung der EnEV - Warum wurde eine weitere Verordnung erlassen?

Die Energieeinsparverordnung beruht auf der Wärmeschutzverordnung (WSchV) und auf der Heizungsanlagenverordnung (HeizAnlV). Diese beiden Verordnungen waren in verschiedenen Fassungen seit Ende der 1970er Jahre in Kraft und fußten auf dem Energieeinsparungsgesetz (EnEG) von 1976 (aktuelle Fassung von Juli 2013). Der Regelungsbereich beider Verordnungen wurde schließlich 2002 in der EnEV zusammengefasst (zuletzt überarbeitet am 24. Oktober 2015).

Die EnEV regelt:

  • Energieverbrauch von Neubauten
  • Kennwerte der Gebäudehülle
  • Anforderungen bei Änderungen von Bestandsgebäuden
  • Eigenschaften der Anlagentechnik
  • Nachrüstpflichten
  • Energieausweise

In der EnEV wird der Energieverbrauch ganzheitlich betrachtet, deswegen werden sowohl Wärmeverluste des Gebäudes (Gebiet der Bauphysik) als auch Wärmeverluste bei der Wärmeerzeugung (Gebiet der Gebäudetechnik) berücksichtigt.

Die historische Entwicklung hin zur EnEV beginnt quasi nach dem Ende des 2. Weltkriegs. In den Jahren 1945 bis 1977 lag das Hauptaugenmerk auf der Schaffung neuen Wohnraums. Auf Grund der Flächenoptimierung wurden Wände möglichst dünn konstruiert. Heizungen wurden in dieser Zeit dagegen stark überdimensioniert, denn Energie war vergleichsweise günstig.

1972 sorgte der Club of Rome mit seiner Studie "Limit of Growth" für Erstaunen. Erstmalig wurde auf die Endlichkeit der Energievorräte hingewiesen, was spätestens in Folge der ersten Ölkrise im Jahre 1973 jedermann vor Augen geführt wurde.

Die Bundesregierung reagierte infolgedessen und formulierte 1976 das erste Energieeinspargesetz. Darauf aufbauend wurde 1977 die 1. Wärmeschutzverordnung vom Kabinett erlassen, womit zum ersten Mal der Wärmedurchgang der Außenhülle begrenzt wurde. Alle nach 1977 gebauten Gebäude waren fortan keine Energiefresser mehr.

Im Zeitraum 1978 bis 1994 wurde die Wärmeschutzverordnung zum einen 1982 (gültig ab 1984) vor dem Hintergrund der 2. Ölkrise (1981) und zum anderen 1994 (gültig ab 1995), wobei erstmals auch Anforderungen an die Dichtheit von Gebäuden gestellt und Wärmebedarfsausweise eingeführt wurden, novelliert. In diese Zeit fallen auch die Einführung der Heizkostenverordnung (1981) und die der Heizungsanlagenverordnung (1989).